Vorsorge für zu erwartende Extremwetterlagen, Natur- und andere Katastrophen
Notvorrat, Fluchtrucksack (Bug-out-bag), etc. sind eine wichtige Voraussetzung um Krisen, Krieg und Katastrophen zu überstehen. All Dies wurde in unserem Ratgeber-1 hinlänglich beschrieben.
Nun geht es Hier im Ratgeber-2, um die Vorsorge, wenn Extremwetterlagen oder Naturkatastrophen zu erwarten sind.
Unwetter, Sturm, Starkregen und Überflutungen allgemein:
Bedenken Sie immer; daß durch Unwetter und Starkregen auch Überflutungen zu erwarten sind.
Von Vorteil ist es, wenn das Haus schon im Vorfeld abgesichert wurde. Das beinhaltet:
- Die Dachdeckung mit ausreichender Vernagelung und Sturmhaken absichern.
- Dachstuhl und Dachhaut mit zusätzlichen Befestigungen gegen Abheben bei Orkanböen sichern.
- Stabile Fensterläden anbringen.
- Bei geneigten Dächern; in kreuzweiser Anordnung Windrispen anbringen.
Direkt wenn ein Unwetter droht:
- Wetterempfindliches in Haus, Scheune oder Garage bringen.
- Abgespannte Planen, Markisen und Überdachungen sichern.
- Bei Bäumen in der Nähe mit Windbruch rechnen.
- Dinge welche durch Sturmböen um- oder umher geweht werden könnten, absichern .(z.B.; mit Seilen). Sichern Sie auch andere bewegliche Gegenstände wie Gartenmöbel, Fahrräder, etc..
Richtiges Verhalten bei Unwetter:
- Meiden Sie ungeschützte Orte, an denen Sie von Hagel oder von vom Sturm mitgerissenen Gegenständen getroffen werden könnten.
- Wenn Sie Schutz in einem Gebäude suchen, meiden Sie Hallen mit großen Deckenspannweiten und (insbesondere bei starkem Schneefall) Gebäude mit Flachdächern.
- Wenn Sie draußen von Hagel überrascht werden, legen Sie sich mit dem Gesicht auf den Boden und schützen Sie mit den Händen Kopf und Nacken.
- Wenn Sie bei Gewitter keinen Schutz in einem Gebäude finden können, gehen Sie mit eng zusammenstehenden Füßen, möglichst in einer Mulde, auf den Fußballen in die Hocke.
- Meiden Sie bei Gewitter offenes Gelände, Berggipfel, Bäume, Masten Antennen und lehnen Sie sich nicht an Zäune. Halten Sie zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern ein. Vermeiden Sie alle Gegenstände mit Metallteilen.
- In einem Auto sind Sie normalerweise sicher, da dessen metallene Karosserie einen „Faradayschen-Käfig“ bildet. Berühren Sie jedoch kein blankes Metall.
- Im Hause: Schließen Sie die Fenster, Roll- oder Fensterläden und halten Sie sich von ungeschützten Öffnungen fern.
- Suchen Sie einen innen liegenden Raum im Erdgeschoss auf. Meiden Sie jedoch Kellerräume, da diese sehr schnell von Wasser geflutet und zu fatalen Fallen werden können.
- Nehmen Sie empfindliche Geräte vom Netz oder verwenden Sie einen Überspannungsschutz.
- Haus- und Nutztiere werden durch ein Unwetter stark verängstigt. Versuchen Sie ihre Tiere zu beruhigen und achten Sie darauf daß sie den geschützten Bereich nicht verlassen können.
Starker Schneefall:
Schon im Vorfeld sollten entsprechende bauliche Maßnahmen getroffen werden.
In Regionen in welchen mit starkem Schneefall zu rechnen ist, sind Flachdächer oder weit gespannte Decken zu vermeiden, wenn sie nicht speziell so stabil gebaut sind, daß sie für große Schneelasten ausgelegt sind.
- Beugen Sie Dachlawinen mit Schneefanggittern vor (Verkehrssicherungspflicht .bei Bürgersteigen etc.).
- Bei Außentüren welche sich nach außen öffnen, sollte ein stabiles Vordach angebracht werden. Insbesondere bei nicht vorhandenem Vordach; regelmäßig während des Schneefalls den Bereich vor der Tür von Schnee befreien, da ansonsten bei größeren Schneemengen sich diese Tür höchstwahrscheinlich nicht mehr von innen öffnen lässt.
Überflutungen:
Vorbeugung: Schon in der Bronzezeit sorgte man vor, indem man in Regionen welche häufig überflutet wurden, die Häuser auf Pfähle setzte. Ist mit Überflutungen zu rechnen, kann man auf vielfältiger Weise Gebäude auf diesen Umstand anpassen. Man kann zum Beispiel auf einen Keller verzichten und das Erdgeschoss, auf besonders tiefen und robusten Fundament, aus besonders stabilen und wasserfesten Mauern errichten, ohne Fenster, oder; mit nur im oberen Viertel Angeordneten. Also quasi; das Erdgeschoss als „Keller“ nutzen. Man kann auch das Gebäude von vornherein auf einem stabilen einige Meter hohen Fundament errichten, wie auf einer künstlichen Insel. Viel helfen auch Dämme, welche ausreichend robust und hoch sind.
Vorsorge:
- Besorgen Sie sich zum Schutz; Sandsäcke, Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon.
- Achten Sie darauf, daß gefährliche Stoffe, Öl, Treibstoffe und andere Chemikalien nicht vom Wasser erreicht werden können.
- Bringen Sie Wertvolles und/oder Feuchtigkeitsempfindliches in obere hochwassergeschützte Räume.
- Sichern Sie den Heizöltank gegen den Auftrieb durch das Wasser, indem Sie ihn z.B.; an der Wand verankern oder mit Ballast beschweren.
- Überprüfen Sie Rückstauklappen im Keller bevor das Wasser gestiegen ist. Während des Hochwassers nicht im Keller aufhalten. Lebensgefahr!
- Dichten Sie Fenster und Türen so wie Abflussöffnungen ab.
- Schalten Sie elektrische Geräte und Heizungen in Räumen die volllaufen können ab. Denken Sie an die Stromschlaggefahr. Schalten Sie den Strom gegebenenfalls komplett aus (Sicherungen raus).
- Fahren Sie ihr Auto rechtzeitig aus gefährdeten Garagen oder von gefährdeten Parkplätzen. Tiefgaragen können bei Überschwemmungen zu einer tödlichen Falle werden!
- Mit normalen Fahrzeugen (also Solchen, die nicht explizit für Wasserdurchquerungen ausgelegt sind) nicht durch überflutete Straßen.
(An der Küste) Sturmfluten und Tsunamis:
Bei Sturmfluten sollte man zumindest die selben Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, wie bei Unwetter und Überflutungen. Vor Tsunamis war Europa bisher sicher. Jedoch; bei der derzeitigen signifikanten Steigerung von Seismischen und vulkanischen Aktivitäten, wie wir sie aktuell erleben, ist nicht auszuschließen, daß irgendwann auch die Küsten Europas von so etwas Ähnlichem wie einem Tsunami getroffen werden könnten. Zumal; es im Falle einer Eskalation in welcher europäische Staaten aktiv in einem Krieg verwickelt werden, es durchaus im Bereich der Möglichkeiten ist, daß Russland, um europäische Häfen unbrauchbar zu machen, zum Beispiel mit Hilfe einiger Tzar-Bomben in der Nordsee, eine Art „künstlichen Tsunami“ auslöst.
Bei einem Tsunami oder etwas Ähnlichem, hilft nur das rechtzeitige Absetzen in ungefährdete Bereiche.
Menschen welche sich im pazifischen Raum aufhalten, in dem es auch aktuell zu Tsunamis kommen kann, sollten, wenn sie sich an der Küste aufhalten, darauf achten, wenn einheimische Tiere sich massenweise in die Berge flüchten. Dann sollten Sie möglichst das Selbe tun. Spätestens wenn das Meer scheinbar „zurück geht“, also; eine scheinbare Ebbe entsteht obwohl dies in dieser Gegend und/oder zu diesem Zeitpunkt (Tiden) nicht normal ist, sollten sie sich schnellstmöglich in die Berge oder höher gelegene Regionen begeben.
Mit Notvorräten / Trinkwasser, Fluchtrucksack / Evakuierungrucksack, batteriebetriebenen Radio oder Kurbel-Radio, Campingkocher, Taschenlampe, Campingtoilette und wichtige Dokumente wasserdicht verpackt, sollte immer vorgesorgt sein (siehe; Ratgeber-1).
Halten Sie sich auf dem Laufenden und verfolgen Sie Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen.
Machen Sie sich frühzeitig Gedanken über;
- die Versorgung Kranker oder Hilfsbedürftiger. Können Sie diese Personen rechtzeitig aus der Gefahrenzone evakuieren. Wohin?
- die Evakuierung von Haus- und Nutztieren,
- die Möglichkeit sich mit Nachbarn oder Anderen zu besprechen, wenn Telefon und Mobilfunk ausfallen. Sprechen Sie mit ihnen Not- und Gefahrenzeichen ab,
- die Rollenverteilung bei Gefahren. Wer macht was?
Erdbeben, Vulkanausbrüche:
Vorsorge:
Schon in Urzeiten hatten sich die Menschen im Bau ihrer Behausungen zuweilen auf die Gefahren durch Erdbeben eingestellt. Zum Beispiel; indem sie Gebäude aus ineinander verzahnten Steinböcken errichteten, oder; aus Materialien welche nachgeben und/oder mitschwingen und somit die kinetische Energie aufnehmen können (z.B.; aus Bambus). Auch Heute gibt es ein paar Gebäude welche so konstruiert wurden, daß sie Erdbeben widerstehen können.
Leider sind solche Gebäude recht selten.
In Gebieten in welchen häufig Erdbeben vorkommen, könnte man durchaus Häuser entsprechend „erdbebensicher“ auslegen.
Aktuell haben sich die „seismischen Aktivitäten“ ungewöhnlich verstärkt und mittlerweile treten auch in Regionen die nie als potentielles Erdbebengebiet galten, immer öfter dennoch Erdbeben auf. Mit diesem Umstand sollte Rechnung getragen werden.
Richtiges Verhalten bei Erdbeben:
- Suchen Sie freies Gelände auf, weitab von hohen Gebäuden.
- Beachten Sie: Keller können zu einer tödlichen Falle werden, zumal auch Wasser- und Gas-Leitungen bei Erdbeben brechen oder reißen und den Keller „fluten“ könnten.
- Halten Sie sich auch fern von Bäumen, Masten und Ähnlichem. Von Überlandleitungen sollten Sie wenigstens 50 Meter Abstand halten.
- Bei heftigen Erdbeben; achten Sie auf Erdspalten und Löcher welche sich plötzlich auftun könnten (darum möglichst mobil bleiben).
Richtiges Verhalten bei Vulkanausbrüchen:
In so einem Fall bleibt nur rechtzeitige Evakuierung. Je nach Vulkan und Art des Ausbruchs, kann der notwendige Sicherheitsabstand von wenigen Kilometern, bis hin; zu gut 100 Km betragen.
Halten Sie sich also auf dem Laufenden und informieren Sie sich, was bei einem Ausbruch des Ihnen am nächsten gelegenen Vulkans zu erwarten ist.
Brände und großflächige Brände:
Wohnungs-, Haus-, und Gebäudebrände
Bei einem normalen Gebäudebrand sollten Sie sich möglichst unverzüglich ins Freie begeben, jedoch zuvor noch möglichst andere Menschen und Tiere, falls es Ihnen irgendwie möglich ist, ebenfalls ins Freie schaffen. Halten Sie dabei ihren Kopf / ihr Gesicht in unterer Höhe, bewgen Sie sich am besten kriechend, aber; vor Allem wenn es schon etwas länger brennt, möglichst auch nicht direkt in Bodennähe da in Bodennähe mit Kohlenmonoxid-Vergiftung oder Ersticken durch Kohlendioxid (da es den Sauerstoff verdrängt) zu rechnen ist. Im oberen Bereich ist in verqualmten Bereichen immer mit einer Rauchvergiftung zu rechnen. Falls möglich, zumindest ein Tuch vor Mund und Nase binden.
Wichtig! Im Brandfall kommt es immer auf Sekunden an. Dennoch sollten Sie nicht in Panik geraten oder etwas Unbedachtes tun. Die Sicherheit von Menschen hat immer Vorrang vor Brandbekämpfungsmaßnahmen.
Befindet man sich nicht in dem brennenden Gebäude, sollte man, soweit es einem möglich ist, alle Feuerwehrzufahrten frei machen, falls diese nicht wie vorgeschrieben frei gehalten wurden..
Ansonsten; die Feuerwehren in keiner Weise bei ihren Brandbekämpfungsmaßnahmen behindern. Diese sind schließlich für solche Aufgaben ausgebildet und ausgerüstet.
Vorsorge und richtiges Handeln:
- Gewahr sein, wo das nächste Treppenhaus ist. Auf keinen Fall; Fahrstühle benutzen!
- Machen Sie sich kundig, wo Feuerlöschgeräte sind und wie diese zu bedienen sind.
- Sie sollten wissen, wie und wo Sie einen Notruf absetzen können.
- Wenn Sie oder ein Begleiter behindert sind, suchen Sie nach Unterstützung bei der Evakuierung.
- Prägen Sie sich bei Diskotheken, Hotels, Festhallen, Kinos, etc. die Fluchtwege ein.
- Panik vermeiden! Denn; Panik ist mit Abstand der schlechteste Ratgeber.
- Flure und Treppenhäuser sollten nie durch Gegenstände eingeengt oder gar versperrt werden. Der Fluchtweg hat immer freigehalten zu werden!
- In einem Mehrfamilienhaus sollten die Haustüren über ein Schloss mit Panikfunktion verfügen, so das die Tür im Notfall jederzeit geöffnet werden kann.
- Türen in Rettungswegen sind geschlossen zu halten, jedoch dürfen Diese niemals abgeschlossen sein. So wird eine Brandausbreitung oder Verqualmung des Fluchtwegs verhindert.
- Hydranten und Feuerwehrzufahrten immer frei halten. Diese dürfen nie blockiert werden.
- Sicherheitseinrichtungen des Hauses sollten regelmäßig kontrolliert und gewartet werden.
- Rauchmelder an der Zimmerdecke können Leben retten! (Handelsübliche Rauchmelder sind gerade mal handtellergroß und problemlos montiert. Diese können als Einzelrauchmelder oder per Funk miteinander vernetzt betrieben werden und haben ein durchdringendes akustisches Warnsignal.Für Gehörlose gibt es solche Geräte mit Blitzlicht oder Vibrationsalarm. Beim Einbau ist auf die Zertifizierung nach VDS und DIN EN 14604 so wie auf das Q-Label zu achten.) Rauchmelder gehören in alle Räume, außer in Bad und Küche, da Wasserdampf und Ähnliches Fehlalarm auslösen können.Die Geräte sollten einen Testknopf zur Kontrolle des Alarms haben. Da diese anzeigen, wann die Batterie ausgetauscht werden muss.
- Löschgeräte, wie Feuerlöscher, Feuerlöschspray, etc. gehören in jedes Unternehmen oder öffentliche Gebäude, aber eigentlich auch in jeden privaten Haushalt. Die Größe kann abhängig von den gesetzlichen Vorschriften und der potentiellen Brandgefahr variieren. Informieren Sie sich diesbezüglich bei ihrer örtlichen Feuerwehr. Die üblichen Löschgeräte helfen in der Regel nur in der Entstehungsphase eines Brandes, da schließlich die Löschdauer begrenzt ist. Bedenken Sie diesen Umstand, um sich nicht selbst in Gefahr zu begeben. Außer Feuerlöscher oder Löschspray, sind bei kleinen Bränden oder ersten Löschversuchen, auch Eimer voll feinerem Sand, so wie; Eimer, Gießkannen oder Gartenschlauch für Löschversuche mit Wasser geeignet.
- Bei elektrischen Anlagen, insbesondere; Hochspannungsanlagen, auf keinen Fall mit Wasser versuchen zu löschen! Das kann tödlich enden. Dafür sollten spezielle Pulver- oder andere dafür geeignete Feuerlöscher verwendet werden.
- Auch brennende Fette, Öle und andere flüssige Brennstoffe, nie versuchen mit Wasser zu löschen! Dadurch kann eine sehr hohe Stichflamme entstehen und brennende Flüssigkeiten sich explosionsartig im Umfeld verteilen. Das ist Lebensgefährlich!
- Ist eine Pfanne oder Fritteuse auf dem Herd in Brand geraten, sollten Sie falls es ihnen ohne eigene Gefährdung möglich ist, die Energiequelle abstellen und die Pfanne / Fritteuse von der Kochplatte nehmen. Zuvor; sollten Sie einen Deckel darauf legen. Das ist oft schon ausreichend, um die Flamme zu ersticken. Ansonsten; verwenden Sie nur spezielle Feuerlöscher welche für Fettbrände geeignet sind (Brandklasse F).
- Schalten Sie den elektrischen Strom vor Löschbeginn im Gefahrenbereich ab. Da ansonsten Gefahr eines lebensgefährlichen Stromschlags herrscht!
- Unternehmen Sie immer nur Löschversuche wenn keine Gefahr für Sie besteht!
- Löschen Sie immer von Unten nach oben und von der Seite zur Mitte hin.
- Vermeiden Sie es verqualmte Räume zu betreten, da sich in ihnen giftige Brandgase bilden. Befinden Sie sich schon in einem verqualmten Raum, bewegen Sie sich kriechend auf dem Boden vorwärts und schließen Sie die Tür von außen. Falls es ihnen ohne eigene Gefährdung möglich ist, sollten Sie ohnehin Fenster und Türen des Raumes in dem es brennt schließen, um dem Feuer Sauerstoff zu entziehen.
- Beim Alarmieren der Feuerwehr (Notruf 112) melden Sie: Wo ist der Notfallort? Was ist passiert? Wer ruft an? Warten Sie auf Rückfragen.
- Warnen Sie andere Personen im Haus oder der Wohnung. Bringen Sie sich und Andere in Sicherheit.
- Warten Sie auf der Straße auf die Feuerwehr und weisen Sie sie ein. Beschreiben Sie der Feuerwehr die Räumlichkeiten und melden Sie ihnen, ob eventuell noch Personen in Gefahr sind und ob es im Brandbereich Gegenstände gibt welche explodieren könnten.
- Halten Sie die Schlüssel für Räume oder Fenster welche sich nur mit Schlüssel öffnen lassen für die Einsatzkräfte bereit. Türen die Sie schließen, dürfen nicht abgeschlossen werden. Brandschutztüren und Brandabschnittstüren müssen logischerweise geschlossen sein (aber; nicht abgeschlossen!)
- Prüfen Sie nach Verlassen des Gebäudes, ob wirklich alle Personen aus der Wohnung, dem Haus oder dem Gebäude in Sicherheit sind. Bei einer vermissten Person muss die Feuerwehr immer davon ausgehen, daß sich diese noch im Gebäude und somit in Gefahr befindet.
Großbrände / Industriebrände
Bei solchen Bränden muss man natürlich auf ähnliche Weise wie bei anderen Bränden, zum Selbstschutz und zum Schutz von Anderen Maßnahmen ergreifen, wie auch bei anderen Bränden im Allgemeinen (siehe; Wohnungs-, Haus- und Gebäudebrände). Jedoch; ist mit wesentlich größeren Auswirkungen auf die Umgegend zu rechnen. So können Brände, ab einer gewissen Größe, noch leichter auf andere Gebäude überspringen. Bei Industriebränden ist zudem noch mit Explosivstoffen, hoch brennbaren Flüssigkeiten, giftigen und/oder ätzenden Chemikalien zu rechnen. Ganze Wolken von hochgefährlichen Stoffen können sich großflächig verteilen und selbst in größeren Entfernungen gesundheitsschädliche oder gar tödliche Auswirkungen haben. (Siehe, im Folgenden; CBRN-Gefahrstoffe.) Schnellste Evakuierung aus dem Gefahrenbereich ist notwendig. Jedoch; auch in dem Fall, sollte Panik vermieden werden, da diese zu fatalen Fehlreaktionen führen kann.
Großflächige Brände
Diese können zum Beispiel durch Unfälle mit hoch brennbaren Flüssigkeiten entstehen. Gerade wenn durch Explosionen diese brennenden Flüssigkeiten über größere Distanz geschleudert werden, können schnell dadurch auch Gebäude und Fahrzeuge in relativ großer Entfernung in Brand gesetzt werden. Auch bei solchen Bränden; sich schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich begeben.
Waldbrände, Flächenbrände
Gerade Waldbrände dehnen sich sehr schnell auf große Flächen aus. Wer es noch nicht selbst erlebt hat, kann sich kaum vorstellen, wie schnell sich solche Brände ausbreiten können. Diese können sogar durch die extreme Hitzeentwicklung über viele Meter springen, oder, insbesondere bei Nadelwald, fast unbemerkt von Wipfel zu Wipfel springen und an kaum erwarteten Stellen plötzlich ein Inferno auslösen. Auch scheinbar schon gelöschte Bereiche, können plötzlich wieder auflodern, da sich unsichtbare Glutnester bilden können, welche völlig unerwartet, den Brand wieder voll entfachen.
Richtiges Verhalten:
Bei Flächenbränden und Waldbränden hilft nur; schnellstmögliche Evakuierung. Da insbesondere Waldbrände sich rasend schnell ausbreiten und einen auch einschließen können, ist größte Eile geboten. Jedoch; sollte man auch in so einem Fall Panik möglichst vermeiden.
Gerade bei großflächigen Waldbränden, ist man oft auf freiwillige Helfer angewiesen. Dort wo Diese zum Einsatz kommen, sollten allerdings auch einige erfahrene Feuerwehrleute vor Ort sein um ihnen die nötigen Anweisungen zu geben und falls erforderlich, Warnungen auszusprechen.
Vorsorge:
Selbst wenn gerade keine akute Waldbrandgefahr (z. B.; durch Dürre) besteht, darf Feuer nur in gut gesicherten und meist auch als Solche ausgewiesene Feuerstellen gemacht und unterhalten werden. Auch in solchen gesicherten Feuerstellen, ist nach deren Benutzung sicher zu stellen, daß das Feuer tatsächlich gelöscht wurde und wirklich keine Restglut mehr vorhanden ist.
Herrscht allerdings Waldbrandgefahr, sollte jede Art von offener Flamme oder Glut vermieden werden. Rauchern ist anzuraten, im Wald einen sogenannten Taschenaschenbecher mit sich zu führen. Denn; selbst Zigarettenkippen von denen man glaubt die Glut gelöscht zu haben, können noch Restglut enthalten, die durchaus ausreicht um unter Umständen einen Brand zu entfachen falls man diese achtlos zu Boden fallen lässt (ganz davon abgesehen, daß kaum verrottende Zigarettenfilter die Natur schädigen und eine Umweltbelastung sind).
Weitere, oft unterschätzte Gefahren sind auch:
- Glasflaschen, Glasscherben. Diese können bei Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken und haben schon oft Waldbrände ausgelöst.
- Kerzen, Öl- oder Petroleumlampen. Diese müssen vor dem Umfallen oder Umwerfen geschützt werden und dürfen niemals unbeaufsichtigt bleiben. Bei akuter Waldbrandgefahr; soll man sie völlig vermeiden.
- Am Waldrand oder an / auf Waldwegen geparkte modernere Autos (Verbrenner mit Katalysator). Ein Katalysator wird so heiß, daß er trockenes Gras unter dem Fahrzeug in Brand setzen kann. Bei Elektrofahrzeugen ist die Brandgefahr welche von ihnen ausgeht noch nicht völlig geklärt. Jedoch; gab es schon viele Fälle in welchen Solche aus unklaren Gründen in Brand gerieten. All diese Fahrzeuge, sollten bei einem Waldbesuch besser auf asphaltierten oder geschotterten Parkplätzen, weit genug vom eigentlichen Wald, abgestellt werden.
- Das selbst die geringste Pyrotechnik im Wald nichts zu suchen hat, müsste eigentlich Jedem klar sein. Jedoch; gerade jüngeren Leuten, scheint dies oft nicht bewusst zu sein.
- Bei Aufenthalten im Wald oder in dessen Nähe, oder; wenn man in einer waldreichen Region lebt, ist immer auf Rauch, oder auf Feuerschein, zu achten. Falls möglich, sollte man deren Ursprung überprüfen. Im Zweifelsfall besser die Feuerwehr / Rettungsleitstelle (Tel.: 112) benachrichtigen.
CBRN-Gefahrstoffe:
Nicht nur bei Industriebränden oder Industrieunfällen, sondern auch bei Unfällen mit Verkehrsmitteln aller Art, können CBRN-Gefahrstoffe austreten. Gerade seit ein paar Jahrzehnten, sind zudem auch Terroranschläge mit solchen Stoffen nicht auszuschließen. Selbst in einem ganz normalen Haushalt kann man solche Gefahrstoffe finden, wie z. B.; Haushaltsreiniger, Verdünnung, etc., welche durch unsachgemäßen Umgang mit ihnen, Unachtsamkeit oder Verwechselung, gefährlich werden können.
CBRN-Gefahrstoffe können gas- oder dampfförmig, als Aerosole, flüssig oder fest auftreten. Ein Laie kann in der Regel die Gefährlichkeit nicht erkennen. Wenn etwas passiert bei dem möglicherweise CBRN-Gefahrstoffe Auslöser sind oder, diese irgendwo austreten, melden Sie es der Rettungsleitstelle (Tel.: 112) oder der Giftnotrufzentrale in Ihrer Nähe. Erfragen Sie deren Nummer und notieren Sie sich diese am besten auch in der dafür in diesem Ratgeber vorgesehenen Zeile (siehe; letzte Seite unten).
Achten Sie bei größeren Ereignissen auf Durchsagen im Radio und/oder durch Lautsprecherfahrzeuge.
Chemische Gefahrstoffe
Chemikalien weisen ein sehr großes Spektrum an unterschiedlichen Wirkungen auf. Viele Stoffe sind brennbar oder gar explosiv, können ätzend wirken oder sind giftig. Manchmal haben sie auch mehrere dieser Wirkungen gleichzeitig. In den meisten Fällen entfalten sie ihre größte Wirkung bei Aufnahme in den Körper. Dies kann über die Haut, durch Nahrungsaufnahme oder durch Einatmen geschehen. Besondere Vorsicht ist bei gasförmigen Stoffen geboten. Da die meisten Gase und Dämpfe schwerer als Luft sind, können sie sich in Senken oder Kellerräumen sammeln. Bei Chemikalienfreisetzung sind solche Örtlichkeiten deshalb zu meiden.
Biologische Gefahrstoffe
Zu den biologischen Gefahrstoffen zählen Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten und Toxine. Diese können bei Mensch und Tier schwere Krankheiten auslösen und im Extremfall tödlich sein.Eine Aufnahme in den Körper findet vor allem über die Schleimhäute (Atemwege, Verdauungstrakt, Augen) statt. Bei Gefahr einer Aufnahme durch die Atemwege sollte zumindest provisorischer Atemschutz genutzt werden, wie z. B.; Heimwerker-Mundschutz oder FFP2-Masken. Noch etwas besser sind jedoch in so einem Fall ABC-Masken der Bundeswehr. Diese sollten jedoch mit frischen ABC-Filter (keine Übungs-Filter) versehen werden. Diese müssen noch verplombt sein und die Plomben dürfen erst kurz vor Gebrauch entfernt werden. Im Handel gibt es durchaus auch andere, hochwertige Schutzmasken, welche Schutz vor CBRN-Gefahrstoffen bieten. Informieren Sie sich diesbezüglich.
Radioaktive Stoffe
Radioaktive (R) und nukleare Stoffe beschreiben die unterschiedlichen Ausbringungsarten einer radioaktiven Kontamination. Radioaktive Stoffe senden energiereiche, ionisierte Strahlung aus. Diese Strahlung kann lebende Zellen schädigen und diese abtöten oder Krebs hervorrufen. Eine besondere Gefährdung geht durch die Aufnahme radioaktiver Stoffe in den Körper aus. Dies kann durch Einatmen, Nahrungsaufnahme oder über die Haut (Wunden) geschehen. Vor allem die Alpha-Strahlung (eine Art der ionisierenden Strahlung) stellt dabei ein hohes Gefahrenpotential dar. Hier hilft Atemschutz vor der Aufnahme in die Lunge. Ionisierte Strahlung wird beim Durchdringen von Materie abgeschwächt. In Kellerräumen ist die Abschwächung (und somit der Schutz vor ihr) durch die angrenzende Erdschicht und obere Stockwerke besonders groß,
Richtiges Verhalten bei Gefahrstoff-Freisetzung
Achten Sie auf Durchsagen im Radio, Fernseher oder von Lautsprecherfahrzeugen. Informieren Sie sich über Internet. Und informieren Sie auch andere Hausbewohner und Nachbarn.
- Bleiben Sie im Gebäude.
- Nehmen Sie gefährdete Passanten vorübergehend auf.
- Schließen Sie Fenster und Türen.
- Schalten Sie Ventilatoren und Klimaanlagen aus, schließen Sie die Lüftungsschlitze der Fensterrahmen.
- Suchen Sie einen geschützten Innenraum der Wohnung auf, der möglichst keine Außenfenster hat.
- Sobald Sie über Radio, Lautsprecherfahrzeuge, etc., erfahren haben um welchen Gefahrstoff es sich handelt, können Sie entscheiden ob sie besser Kellerräume aufsuchen sollten oder nicht. Das heißt: Bei radioaktiven / nuklearen Stoffen; ja, auf jeden Fall, bei gefährlichen Gasen; nein, auf keinen Fall.
Im Haus:
- Vermeiden Sie unnötigen Sauerstoffverbrauch durch Kerzen und Ähnlichem.
- Schalten Sie zu Ihrer Information das Radio (UKW, Regionalsender) oder das Fernsehgerät ein.
- Beachten Sie die Durchsagen der Behörden und Einsatzkräfte.
- Telefonieren Sie nur in Notfällen.
- Benutzen Sie beim Eindringen von Gefahrstoffen vorhandene Atemschutzgeräte oder notfalls provisorischen Atemschutz (siehe; oben).
Im Freien:
- Achten Sie auf Durchsagen von Polizei oder Feuerwehr.
- Bewegen Sie sich möglichst quer zur Windrichtung, atmen Sie möglichst durch einen Atemschutz, zur Not zumindest durch ein Taschentuch.
- Suchen Sie das nächste geschlossene Gebäude auf.
- Wenn Sie bereits mit Gefahrstoffen in Berührung gekommen sind, wechseln Sie beim Betreten des Gebäudes Oberbekleidung und Schuhe. Diese verpacken Sie in Plastikbeutel und platzieren diese außerhalb des Wohnbereichs, falls möglich; vor dem Haus.
- Waschen Sie sich danach zuerst gründlich die Hände, danach, Gesicht, Haare, Nase und Ohren mit Wasser und Seife.
- Im falle der Freisetzung biologischer Gefahrstoffe, ist eine zusätzliche Desinfektion der Hände anzuraten.
Im Auto:
- Schließen Sie die Fenster, Dachluken und schalten Sie die Belüftung aus.
- Hören Sie Radio (UKW, Regionalsender), folgen Sie den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte.
- Falls Sie sich nicht mit ihrem Auto aus dem Gefahrenbereich begeben können, suchen Sie das nächste geschlossene Gebäude auf, erbitten Sie Einlass und beachten Sie dort die Hinweise zum Aufenthalt in Gebäuden (siehe; oben).
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